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Comment:Post: Kündigung
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User & Date: dkreuz 2017-08-27 16:14:47
Context
2017-11-13
13:58
Name Kreuz -> Stern; Fix bug introduced with Lektor 3 check-in: a67d5e0f45 user: dkreuz tags: trunk
2017-08-27
16:14
Post: Kündigung check-in: 7911c768a5 user: dkreuz tags: trunk
2017-08-25
09:13
Kreuz -> Stern check-in: 28d1c50393 user: dkreuz tags: trunk
Changes
Hide Diffs Unified Diffs Ignore Whitespace Patch

Added content/blog/20170827_163800_kuendigung/contents.lr.



















































































































































































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title: Kündigung
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pub_date: 2017-08-27 16:38:00
---
categories: profession, privates
---
tags: change
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body:

Wir alle sind Sammler. Im Laufe der Zeit steigt die Anzahl der Dinge, um die
man sich kümmert.  Das können ganz physische Dinge sein, wie Briefmarken,
Schlumpffiguren oder Aktenordner.  Es können auch immaterielle Dinge sein, wie
Lesezeichen, Mitgliedschaften oder Softwareprojekte.  All diese Dinge
beanspruchen unsere Aufmerksamkeit, vielleicht auch nur in geringsten Umfängen.
Aber, um bei abgedroschenen Phrasen zu bleiben, Kleinvieh macht auch Mist.

Ich selbst handle gern nach der Maxime "Love it, change it, or leave it".
Natürlich machen einem gesammelte Dinge Freude. Mit der Zeit kann sich das
ändern.  Wenn der Stapel ungelesener Wochenzeitungen 20cm erreicht hat.  Wenn
einem der Inhalt eines Magazins für Computer-Technik beim ersten Lesen nicht
mehr neu ist.  Wenn Berufsvereinigungen ihren Fokus auf andere Gruppen legen.
Dann kann der Zeitpunkt kommen, etwas an sich zu ändern oder Änderungen bei
anderen anzustoßen.  Funktioniert das nicht, dann gebe ich das gesammelte frei.

Nach der Kündigung des Abonnements der Wochenzeitung trudelten in regelmäßigen
Abständen als Umfragen getarnte Abo-Angebote herein.  Wie ich denn die
politische Lage beurteilen würde, fragte mich der Chefredakteur. Mit meine
Unterschrift würde ich einen kleinen Preis erhalten. Im Kleingedruckten stand,
ich würde gleichzeitig ein sich automatisch verlängerndes Probeabo abschließen.
Netter Versuch, aber ganz schön altbacken. Dafür fehlt mir die Zeit. Und auch
wieder nicht.

Das Magazin für Computer-Technik war ein langjähriger Begleiter.  Zum
[25-jährigen Jubiläum](../../2008/25_jahre_ct/) freute ich mich auf die
nächsten 25 Jahre.  Kurz nach dem 30-jährigen Jubiläum merkte ich beim
Lesen der Hefte, dass diese immer weniger für mich neue Inhalte aufwiesen.
Wenn ein Artikel mir etwas Neues brachte, dann war das schon viel.  Manche
Heftthemen kamen, nachdem ich hier im Blog über Ähnliches berichtete. Und ich
bin wahrlich kein fleißiger Schreiber.  Wie bei vielen Verlagserzeugnissen
üblich nervten mich die Anzeigen, in denen mit schicken Prämien für ein
Abonnement geworben wurde.  Ich hätte mich für ein kleines "Dankeschön" zu mehr
als 25 Jahren Abo-Treue gefreut.  Eine Rabattkarte für überteuerte
"nerdige" Angebote hilft nicht wirklich zur Kundenbindung.  Na ja, aber was
hilft einem die Kundenbindung, wenn ich aus dem Inhalt "herausgewachsen" bin?
Wie bei der Wochenzeitung gab es im Nachgang einige Angebote für ein
Probeabo. Ich gebe zu, wenn die Prämie nett war, dann bin ich auch mal drauf
eingegangen. Aber ohne mich zu binden.  An [meinem
Lieblingsplatz](../../2011/mein_lieblingsplatz/) blättere ich manchmal eine
aktuelle Ausgabe durch. Mehr zur Bestätigung, dass ich durch die Kündigung
nichts versäume. Nachweh?

Als ich in die eine Berufsvereinigung eintrat, musste ich noch zwei Bürgen für
mich finden.  Entsprechend niedrig war meine Mitgliedsnummer. Nach
25 Jahren Mitgliedschaft bekam ich sogar eine goldene (?) Nadel.  In den
ersten Jahren verschlang ich die 2-monatlichen Mitgliedzeitschriften.
Weiterbildung. Anschluss an die Gemeinschaft (heute: Community).  Das änderte
sich Anfang dieses Jahrzehnts. Da würde es für mich eher zu einem Verein, der
Verein ist, damit er Verein ist.  Die gesellschaftliche Relevanz des Vereins
nahm ab, das eigene Selbstverständnis wuchs.  Die Konferenzen, die dieser
Verein veranstaltet, scheinen für Menschen aus einer bestimmten
Wissenschaftseinrichtung beschränkt, auch wenn dies nicht so offen kommuniziert
wird.  Nicht nur ich habe dazu entsprechende Erfahrungen gesammelt. Nach der
Kündigung hab es eine kleine Umfrage zu den Gründen.  Ich hätte mich gefreut,
wenn meine Anregungen lange vor der Kündigung Gehör gefunden hätten. Hätte,
hätte, Fahrradkette. Zum Glück ist heutzutage an Communities kein Mangel.

Der Eintritt zur anderen Berufsvereinigung hatte absolut pragmatische Gründe.
Zum einen als möglicher Ersatz, falls es mit der ersten Berufsvereinigung nicht
klappt.  Zum anderen bietet diese ein riesiges Paket an aktuellen
wissenschaftlichen Arbeiten an.  Da machte es wenig, wenn diese Vereinigung,
entgegen deren Plänen, immer noch zu sehr fokussiert auf Vereinigten Staaten
von Amerika ist.  Schließlich wurde die Vereinigung dort gegründet. Immerhin
sind deren Konferenzen offen für jede Art von Wissenschaftseinrichtung.
Ebenso pragmatisch habe ich gekündigt, weil ich über meine Hochschule in deren
Fundus recherchieren kann und ich deren Mail-Weiterleitung nicht mehr wirklich
benötige. Auch hier stapeln sich noch die monatlichen Zeitschriften.  Die
Kündigung selbst war im Nachgang ganz lustig. Da wurde mir ein recht großer
Rabatt eingeräumt, wenn ich wieder eintreten würde. Unverschämt hoch.  Wie der
wohl bezahlt wird? Ob man da nicht den regulären Beitrag senken könnte?

All Kündigungen zeigten mir, dass es mit der Kunden-/Mitgliedsbindung nicht
weit her ist. Erst mit oder nach der Kündigung regt sich etwas. Das könnte an
der großen Zahl der Abonnenten / Mitglieder liegen. Andererseits zeigen manche
Online-Communities, dass es auch anders geht.

Ich selbst vermisse keine dieser vor langer Zeit "gesammelten" Dinge. Im
Gegenteil, ich habe mehr Zeit für meine Belange. Weniger geistiger Ballast.
Also [agiler](../../2015/agil/)?